Al-Khu’i über die Zweideutigkeit und das Lügen bei Propheten

Abu l-Qasim Al-Khu’i schreibt:
ومما يدل على جواز التورية وخروجها عن الكذب أمور ١ نقل ابن إدريس في آخر السرائر من كتاب عبد الله بن بكير عن أبي عبد الله عليه السلام في الرجل يستأذن عليه، فيقول للجارية: قولي: ليس هو هاهنا، قال: لا بأس ليس بكذب ٢ روى سويد بن حنظلة، قال: خرجنا ومعنا وابل بن حجر يريد النبي صلى الله عليه وآله فأخذه أعداء له، فخرج القوم أن يحلفوا وحلفت بالله إنه أخي، فخلى عنه العدو، فذكرت ذلك للنبي صلى الله عليه وآله، فقال: صدقت، المسلم أخو المسلم وهي وإن كانت ظاهرة الدلالة على جواز التورية وعدم كونها من الكذب ولكنها ضعيفة السند ٣ ما ورد من نفي الكذب عن قول إبراهيم عليه السلام: بل فعله كبيرهم هذا مع أن كبيرهم لم يفعله، وعن قوله عليه السلام: إني سقيم وما كان سقيما، وعن قول يوسف: أيتها العير إنكم لسارقون وما كانوا سراقا، فيدل ذلك كله على كون الأقوال المذكورة من التورية وأن التورية خارجة عن الكذب موضوعا
Auf die Erlaubnis des zweideutigen Sprechens (Tawriyyah) und seinen Freispruch vom Lügen deuten verschiedene Dinge hin: 1. Ibn Idris zitierte am Ende von As-Sara’ir aus dem Buch von Abdullah Ibn Bukair, von Abu Abdillah (As-Sadiq), über jemanden, der um Einlass gebeten wird, worauf er zur Magd spricht: ﴾‎Sag: Er ist nicht hier.﴿ Er sprach: ﴾‎Darin besteht kein Problem. Es ist keine Lüge.﴿ 2. Suwaid Ibn Hanzalah erzählte und sprach: ﴾‎Wir zogen hinaus, während Wabil Ibn Hajar bei uns war, der zum Propheten (s.) wollte. So nahmen ihn Feinde von ihm gefangen. Da traten die Leute hervor, dass sie schwören und ich schwor bei Gott, dass er mein Bruder ist. So ließ ihn der Feind frei. Da erzählte ich dem Propheten (s.) davon, worauf er sprach: »Du hast recht. Der Muslim ist der Bruder des Muslim.«﴿ Und auch, wenn das offenkundig auf die Erlaubnis des zweideutigen Sprechens deutet, so ist die Kette allerdings schwach (Da’if). 3. Was über die Verneinung des Lügens bei der Aussage von Abraham (a.) tradiert wurde: Vielmehr tat das der Große von ihnen.﴿ (21:63) Während der Große von ihnen es nicht getan hat und über seine Aussage: ﴾‎Ich bin krank﴿ (37:89) Während er nicht krank war und über die Aussage von Josef: ﴾‎Ihr von der Karawane, ihr seid gewiss Diebe.﴿ (12:70) Während sie keine Dieber waren. So deutet all das darauf hin, dass die erwähnten Aussagen dem zweideutigen Sprechen (Tawriyyah) zuzuordnen sind und dass das zweideutige Sprechen inhaltlich vom Lügen freigesprochen ist.
نعم يمكن أن يقال: إن نفي الكذب عن قول إبراهيم ويوسف عليهما السلام إنما هو بلحاظ نفي الحكم وأنهما قد ارتكبا الكذب لإرادة الاصلاح. ويدل عليه قوله عليه السلام في رواية الصيقل: أن إبراهيم إنما قال: بل فعله كبيرهم هذا، إرادة الاصلاح، وقال يوسف إرادة الاصلاح، وقوله عليه السلام في رواية عطاء: لا كذب على مصلح، ثم تلا: أيتها العير الخ، وقد تقدمت الروايتان في الحاشية ويؤيده ما في بعض أحاديث العامة: أن إبراهيم عليه السلام كذب ثلاث كذبات، قوله: إني سقيم، وقوله: بل فعله كبيرهم هذا، وقوله في سارة: إنها أختي ولكن الروايات المذكورة كلها ضعيفة السند، كما أن بقية الأحاديث التي اطلعت عليها في القصص المزبورة مشتملة على ضعف في السند أيضا وجهالة في الراوي، فلا يمكن الاستناد إليها بوجه
Ja, man kann sagen: ﴾‎Die Verneinung des Lügens bei der Aussage von Abraham (a.) und Josef (a.) ist lediglich die unmittelbare Verneinung der Beurteilung als solche.﴿ Und dass sie sich der Lüge für den Zweck der Heilstifung bedient haben und darauf deutet seine (a.) Aussage in der Erzählung von As-Saiqal hin und zwar, dass Abraham lediglich für den Zweck der Heilstifung sagte: Vielmehr tat das der Große von ihnen.﴿ (21:63) Und sich Josef für den Zweck der Heilstiftung äußerte. Sowie seine (a.) Aussage in der Erzählung von Ata‘: ﴾‎Dem Heilstifter wird nicht das Lügen zur Last gelegt.﴿ Hierauf las er: ﴾‎Ihr von der Karawane.﴿ (12:70) Und so weiter und die beiden Narrative wurden schon im Kommentar angeführt und das wird von dem gestützt, was in einigen Narrativen der Allgemeinheit vorkommt: Abraham ersann drei Lügen. Seine Aussage »Ich bin krank« (37:89), seine Aussage »Vielmehr tat das der Große von ihnen« (21:63) und seine Aussage über Sarah: »Sie ist meine Schwester.«﴿ Allerdings verfügen die angeführten Narrative alle über eine Kette, die schwach (Da’if) ist. Genauso weisen die übrigen Narrative, die ich zu den beschriebenen Erzählungen sah, eine Schwäche in der Kette auf und eine Unbekanntheit des Erzählers. Daher ist es nicht möglich, sich in irgendeiner Form auf sie zu stützen.
رفع غشاوة: قد يتوهم أنه لا محيص أن تكون أقوال إبراهيم ويوسف المذكورة كاذبة، غاية الأمر أنها من الأكاذيب الجائزة، أما قول إبراهيم عليه السلام: إني سقيم، وقول يوسف عليه السلام: أيتها العير إنكم لسارقون، فصدق الكذب عليهما واضح. وأما قول إبراهيم عليه السلام: بل فعله كبيرهم هذا فاسألوهم إن كانوا ينطقون، فلأن الشرط فيه أما أن يرجع إلى السؤال المذكور فيه، وأما أن يرجع إلى الفعل
Lüften eines Schleiers: Eventuell wähnt man, dass kein Weg daran vorbeiführt, dass die erwähnten Aussagen von Abraham und Josef gelogen sind. Der springende Punkt ist, dass sie zu den erlaubten Lügen gehören. Was die Aussage von Abraham betrifft ﴾‎Ich bin krank﴿ (37:89) und die Aussage von Josef ﴾‎Ihr von der Karawane, ihr seid gewiss Diebe﴿, (12:70) so trifft das Lügen bei ihnen deutlich zu und was die Aussage von Abraham betrifft Vielmehr tat das der Große von ihnen. So fragt sie, wenn sie sprechen können‎﴿, (21:63) so nimmt die Voraussetzung darin entweder Bezug auf die darin erwähnte Frage oder sie nimmt Bezug auf die Tat.
أقول: أما رمي قول إبراهيم: بل فعله كبيرهم هذا بالكذب، فجوابه: إنا قد حققنا في مبحث الواجب المشروط من علم الأصول أن الشروط في الواجبات المشروطة أما أن ترجع إلى الانشاء، أعني به إبراز الاعتبار النفساني، وأما أن ترجع إلى متعلق الوجوب، أي المادة المحضة
Ich sage: Was den Vorwurf betrifft, dass die Aussage von Abraham ﴾‎Vielmehr tat das der Große von ihnen﴿ eine Lüge ist, so lautet die Antwort darauf: Wir haben in der Abhandlung über die bedingte Obligation aus der Prinzipienkunde festgetsellt, dass die Voraussetzungen für die bedingten Obligationen entweder Bezug auf die Etablierung nehmen, womit ich die Hervorhebung der psychischen Betrachtung meine, oder Bezug auf den Zusammenhang der Obligation nehmen, also die bloße Materie.
وعليه فتقدير الآية: بل فعله كبيرهم إن نطقوا فاسألوهم، فقد علقت الدعوى على نطق كبيرهم، ولما استحال نطقه انتفت الدعوى، فلا تكون كاذبة، ونظير ذلك قولك: فلان صادق فيما يقول إن لم يكن فوقنا سماء، وكقولك أيضا: لا أعتقد إلها إن كان له شريك، ولا أعتقد خليفة للرسول صلى الله عليه وآله إن لم يكن منصوبا من الله، هذا فاغتنم
Darauf beruhend, lautet die Wertung des Verses: ﴾‎Vielmehr tat das der Große von ihnen, wenn sie sprechen können. So fragt sie.﴿ (21:63) So wurde die Behauptung an das Sprechen des Großen von ihnen geknüpft und da es unmöglich ist, dass er spricht, wird die Behauptung dementiert. Folglich ist sie nicht gelogen und vergleichbar damit ist deine Aussage: ﴾‎Soundso ist in dem, was er sagt, wahrhaftig, wenn über uns kein Himmel ist.﴿ Und ebenso wie deine Aussage: Ich glaube nicht an einen Gott, wenn er einen Partner hat und ich glaube nicht an einen Nachfolger des Gesandten (s.), wenn er nicht von Gott eingesetzt ist.‎﴿ Soviel dazu. Profitiere nun.
ويؤيد ما ذكرناه خبر الإحتجاج عن الصادق عليه السلام أنه قال: ما فعله كبيرهم، وما كذب إبراهيم، قيل: وكيف ذلك، فقال: إنما قال إبراهيم: إن كانوا ينطقون، فإن نطقوا فكبيرهم فعل وإن لم ينطقوا فلم يفعل كبيرهم شيئا، فما نطقوا وما كذب إبراهيم وقد ذكر المفسرون وجوها لتفسير الآية فراجع
Das, was wir anführten, stützt das Narrativ aus Al-Ihtjaj von As-Sadiq (a.), welcher sagte: ﴾‎Weder tat es der Große von ihnen noch log Abraham.﴿ Man sprach: ﴾‎Wie das?﴿ Da sprach er: ﴾‎Abraham sagte: »Wenn sie sprechen können.« (21:63) Wenn sie also sprechen, dann tat es der Große von ihnen und wenn sie nicht sprechen, dann hat der Große von ihnen nichts getan. So haben sie weder gesprochen noch hat Abraham gelogen.﴿ Und die Exegeten haben zur Auslegung des Verses verschiedene Aspekte angeführt. So schlage nach.
وأما رمي قول إبراهيم: إني سقيم بالكذب، فجوابه: إن المراد به كونه سقيما في دينه أي مرتادا وطالبا في دينه، ويؤيده ما في خبر الإحتجاج المتقدم عن الصادق عليه السلام، من قوله: ما كان إبراهيم سقيما، وما كذب، وإنما عنى سقيما في دينه أي مرتادا ومعنى المرتاد في اللغة هو الطلب والميل، أي إني طالب في ديني ومجد لتحصيل الاعتقاد بالمبدأ والمعاد، فقد خيل بذلك إلى عبدة الأصنام والنجوم أنه مريض لا يقدر على التكلم، فتولوا عنه مدبرين وأخروا المحاكمة إلى وقت آخر، وللعلماء فيه وجوه أخرى قد ذكرها المفسرون في تفاسيرهم
Was den Vorwurf betrifft, dass die Aussage von Abraham ﴾‎Ich bin krank﴿ (37:89) eine Lüge ist, so lautet die Antwort darauf: Damit ist gemeint, dass er krank nach seiner Religion ist, also strebend und trachtend nach seiner Religion und das wird von dem gestützt, was das vorherige Narrativ in Al-Ihtijaj von As-Sadiq (a.) enthält und zwar, seine Aussage: ﴾‎Weder war Abraham krank noch log er, sondern er meinte krank um seine Religion, also strebend.﴿ Und mit strebend sind in der Sprache das Trachten und die Tendenz gemeint, also: ﴾‎Trachtend nach meiner Religion.﴿ Und er wurde gelobt für die Erwerbung des Glaubens an den Ursprung und das Jenseits. So haben sie Diener der Götzen und Sterne gedacht, dass er so krank ist, dass er nicht sprechen kann. Da kehrten sie ihm den Rücken und verschoben das Gericht auf einen anderen Zeitpunkt und die Gelehrten haben dazu andere Aspekte, welche die Exegeten in ihren Auslegungen angeführt haben.
وأما رمي قول يوسف عليه السلام: أيتها العير إنكم لسارقون بالكذب، فقد ذكروا في الجواب عنه وجوها، أظهرها أن المؤذن لم يقل: أيتها العير إنكم لسرقتم صواع الملك، بل قال: إنكم لسارقون، ولعل مراده: أنكم سرقتم يوسف من أبيه، ألا ترى أنهم لما سألوا ماذا تفقدون، قالوا لهم: نفقد صواع الملك، ولم يقولوا: سرقتم ذلك. ويؤيده ما في خبر الإحتجاج المتقدم عن الصادق عليه السلام من قوله: إنهم سرقوا يوسف من أبيه، ألا ترى الخ
Was den Vorwurf betrifft, dass die Aussage von Josef ﴾‎Ihr von der Karawane, ihr seid gewiss Diebe﴿, (12:70) eine Lüge ist, so haben sie als Antwort darauf verschiedene Aspekte angeführt. Das offenkundigste von ihnen besteht darin, dass der Rufer nicht sagte ﴾‎ihr von der Karawane habt gewiss den Kelch des Königs gestohlen﴿, sondern er sagte: ﴾‎Ihr seid gewiss Diebe.﴿ (12:70) Vielleicht lautet die Bedeutung davon: ﴾‎Ihr stahlt Josef von seinem Vater.﴿ Siehst du nicht, dass als sie fragten: ﴾‎Was vermisst ihr?﴿ (12:71) Sie zu ihnen sprachen: ﴾‎Wir vermissen den Kelch des Königs﴿? (12:72) Und sie sagten nicht: ﴾‎Ihr stahlt jenen.﴿ Und das wird von dem unterstützt, was das Narrativ in Al-Ihtijaj von As-Sadiq (a.) enthält und zwar, seine Aussage: ﴾‎Sie stahlen Josef von seinem Vater. Siehst du nicht﴿ und so weiter. [Misbah-ul-Faqahah, Band 1, Seite 399 – 403]
Kommentar:
Narrative zu Abraham (a.) und Josef (a.) findet man [hier!] und [hier!].

2 Gedanken zu „Al-Khu’i über die Zweideutigkeit und das Lügen bei Propheten#8220;

  1. Das ist eine Abhandlung die er schreibt. Er analysiert diese Dinge aus verschiedenen Gesichtspunkten. In dem Kapitel geht es über „thauriya“ (doppeldeutig reden). Einige Seiten weiter erklärt sayyed al khui, dass diese Aussagen der beiden Propheten in Wirklichkeit nicht als Lügen zu verstehen sind. Er zizuert auch weitere Beispiele wie das mit Ibrahim als er sagt dass der größte Götze die anderen Götzen zerstört hat wenn er reden kann. Und auch zitiert er dabei sogar ein hadith aus ihtijaj in der Imam sadiq (a) sagt, dass Ibrahim kein Lügner war.

    Elender gescheiterter Versuch … Lass doch solche Spielchen sein solange du misbah al fuqaha nicht vor dir hast…

    • al-Khu’i beschreibt es als “ Lügen “ ( akadhib ), haben deine langen vergeblichen Ausführungen diese Beschreibung nun verschwinden lassen? Nein, also bleib doch beim Wortlaut, du behauptest, al-Khu’i würde sagen, es sei “ nicht als Lügen zu verstehen „, dann zeig, wo er den Begriff “ Akadhib “ ( Lügen ) negiert und ableugnet, also zeig mir, wo er sich widerspricht, denn wer einmal “ Akadhib “ bestätigt und es mit “ erlaubt “ ergänzt, woraufhin er “ Akadhib “ komplett ableugnet, in jeder Hinsicht, der widerspricht sich, also zeig mir, wo al-Khu’i sich widerspricht und treibe selber keine Spielchen, bevor du es anderen vorwirfst.

      Übrigens heißt es fAqahah und nicht fUqaha‘, soll ich nun so reden wie du und sagen: „Elender gescheiterter Versuch … Lass doch solche Spielchen sein solange du Dammah nicht von Fathah unterscheiden kannst…“ ?

      Albern so zu reden, mehr nicht.

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